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Sein bestimmt Bewusstsein

Ich habe lange über den dialektischen Materialismus von Marx nachgedacht. Ich habe mich vehement dagegen zu wehren versucht. Zeitweilen habe ich sogar das Gegenteil behauptet. Allerdings hat Marx Recht, obgleich er es mehr auf die damalige Gesellschaft und ihr anthropologisches Bild bezog. Aber wenn wir den Satz auf die heutige Gesellschaft anwenden, kommen wir zu meinem Standpunkt:
Jeder von uns erinnert sich doch daran, dass er etwas besaß oder sogar bestitzt, worauf er besonders stolz ist. Meistens, weil es teuer war. Man trägt also die neuen Markenschuhe, eine besondere Jacke oder Tasche, fährt in einem besonders teuren und schicken Auto und dank dieser Oberflächlichkeiten fühlt man sich als etwas Besonderes unter den vielen. Es ist wie ein Anflug von Erhabenheit.
Oder ein anderes Beispiel ...
Wieviele von diesen Punks gibt es, die sich abgrenzen wollen. Sie wollen auffallen, sich von der in ihren Augen normalen Gesellschaft loslösen. Sie tun es, in dem sie sich obskure Farbenmischungen in die Haare schmieren und sich die Haut tackern. Ihre größte Sorge ist normal zu sein.
Sie verändern ihr Äußeres, um nicht normal zu sein. Aber in Wirklichkeit muss man sich doch dazu gar nicht öußerlich verändern. Normal sein ist doch eine Denkensweise. Erst einmal möchte ich sagen, dass es mir egal ist, ob ich normal bin. Ich bin wie ich bin und im Grunde wäre ich froh, wenn dass der Maßstab aller wäre und die Auszeichnung normal verdienen würde. Allerdings weiger ich mich so zu sein, wie die Masse, weil ich die Masse kritisiere. Um mich von jenen, die meine Kritik auch verdienen, abzuheben brauch ich mich nicht öußerlich verändern, es geht darum, dass es in meinem Kopf Klick macht. Andere erkennen vielleicht nicht, dass ich nicht dem Strang folge, aber das ist mir auch vollkommen egal.
Das ist wie mit den 12 jährigen Bravoleserinnen, die man als Fans von Tokio Hotel im Sinn hat. Die Band gibt vor "anders" zu sein, ähnlich wie Slipknot und andere Death Metaller, nur im kleineren Stil. Diese, nennen wir es mal, Bewegung, die anders z sein gedenkt ist auch in ihren Anfängen anders als die Masse. Aber sobald die Masse dem folgt und der einst andere Strang zur Normalität wird, geht das verloren, was man als anders bezeichnete.
Es ist wahrscheinlich Utopie, dass die Masse mal in meinem Empfinden anders sein könnte. Nämlich offen, tolerant und interessiert.

Sein bestimmt Bewusstsein. Aber das ist ein Missstand! Bewusstsein müsste Sein bestimmen. Das würde uns von der Oberflächlichkeit wegführen und uns dazu bringen, von materiellen Werten abzusehen!

Doch denke ich recht darüber nach, fallen mir auch Beispiele dafür ein, wie Bewusstsein Sein bestimmt. Wenn jemand von sich selbst glaubt er sei ein sehr schöner und ansehnlicher Mensch, der dazu charmant und intelligent ist, wirkt er anders auf die gleichen Menschen, als wenn er als depressiver vom Leben enttäuschter und wesentlich zu selbstkritischer Charakter auftritt. Warum? Weil Bewusstsein auch Sein bestimmt. Ein wissenschaftlicher Nachweis ist doch schon die pharmazeutische Erkenntnis von Placebo. Medikamenten, die gar keine sind, aber heilen, in dem sie den Kranken glauben lassen, er würde geheilt. Das Bewusstsein muss also auch das Sein bestimmen. Es ist folglich eine Symbiose aus Sein und Bewusstsein.
24.12.06 01:31





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