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Glauben

Ist es nicht paradox, dass soviele Berühmtheiten ein Glaubensbekenntnis abgeben und erklären, warum sie glauben. Abgesehen davon, dass man eine missionierende Wirkung abstreitet aber erreicht, versuchen jene zu erklären warum sie glauben. Und im Grunde ist es ganz gleich, ob man Stars oder normal Sterbliche befragt, sie haben alle ein ähnliches Glaubensmuster.
Glauben entsteht aus Extremsituationen, oder wird dort gerade vernichtet.
Andere glauben aus Unverständnis, etwas, wobei sie nicht weiter wissen. Dort fängt der Glaube an.
Wieder andere glauben, weil sie den Glauben und das Schöpferprinzip für ihr Weltbild brauchen. Denn ihrer Meinung nach kann die komplexe Vielfalt der Erde nur dadurch zu erklären sein.
Da gibt es noch solche, die glauben, weil sie den Glauben als Verlässlichkeit brauchen und weil er ihnen die Wertmaßstäbe im Leben diktiert, die sie brauchen.
Und so könnte man ewig fortfahren. Das komische daran ist nun, dass sie versuchen zu argumentieren.
Die Philosophie hat bereits nachgewiesen, dass es genausoviel einen Gott wie wenig gibt. Das heißt, dass es genauso wahrscheinlich ist, dass einer existiert, wie wahrscheinlich es ist, dass es keinen gibt. Schon allein, weil wir es weder prüfen noch nachvollziehen oder erklären können. Daraus resultiert ja auch die Legitimation, die die Kirche oft anführt und die Tatsache, dass Glaubensfragen eben oftmals Glaubenssache bleiben.
Aber dennoch versuchen sie zu argumentieren. Entweder mit Beweisen, oder mit Begründungen. Allerdings kommt beides aufs gleiche heraus, denn Begründungen sind ebenso wie vermeintliche Beweise hypothetisch.

Dennoch typisch menschlich, dass man für alles was man tut oder denkt eine Begründung im Leben sucht. Denn man tut nichts, ohne Hintergrund und hat man keinen versucht man sich einen zu basteln. Kann man etwas nicht erklären, sucht man nach einer Erklärung, sei sie so absurd wie sie wolle. Übersteigt etwas das eigene Vorstellungsvermögen, schreibt man es einer höheren Macht zu. Paradox oder einfach menschlich? :-P

Anstatt aber Zufälle mit einer höheren Macht zu erklären, suche ich mir einen bildlichen Vergleich. Das ist ein tabellarisch angeordnetes Muster aus Feldern, das von jedem von uns ausgefüllt wird. Jede Handlung, ganz gleich wie sehr von Bedeutung, nimmt Einfluss auf unsere Umwelt. Dadurch schiebt sich das Muster und verändert sich mit jeder Entscheidung und jeder Tat jedes Einzelnen. So verhindern wir Geschehnisse und legen zugleich die Weichen für andere Geschehnisse. Wir treten in Leben ein und verlassen diese wieder. Insofern bedarf es keiner höheren Macht. Offensichtlich zumindest.
2.9.06 14:51





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