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Was ist ... ?

Was ist, wenn man nicht weißt, wer seine Freunde sind? Wenn man zwar weiß, mit wem man gelegentlich Zeit teilt, aber nicht weiß, ob für das für den anderen von ähnlicher Bedeutung ist? Was ist, wenn man nicht weiß, ob seine Freunde das gleiche unter Freundschaft verstehen wie man selbst und ebenso bereit sind, ebenso viel für diese Freundschaft zu opfern, wie man selbst? Was ist, wenn man zwar durch die äußeren Umstände seinen Freunden ähnlich ist, aber nicht das gleiche denkt wie sie?
Was ist, wenn der beste Freund, der nur darüber definiert, weil er einfach die exakte Parallele im Leben bildete und für alle Fälle der wichtigste Gedanken war, was ist, wenn dieser Freund sich von einem abzuwenden scheint. Weil man etwas falsch gemacht, weil etwas passiert, was sie trennt. Was die Wege gabelt und was sie auseinander führt. Was ist, wenn man sich dadurch, alleine fühlt?
Was ist, wenn die Person, die man liebt, oder in schönen Zeiten geliebt hat, was ist, wenn sie ohne einen glücklich ist. So glücklich, dass sie nichts auszusetzen hat. Was ist, wenn man sich unendlich für sie freut aber heulen könnte, weil man selbst den Platz in ihrem Leben verloren hat. Was ist, wenn man verloren hat, was man liebt?
Was ist, wenn man nicht weiß ob man hier richtig ist. Wenn man nicht weißt, ob das, was man als seine Heimat versteht, das ist, was man haben möchte. Was ist, wenn man sich so unsicher im Kreis der Seinen fühlt, weil man gar nicht weiß, ob es der Kreis der Seinen überhaupt ist. Was ist, wenn das Fernweh einen zerrt, weil das Heute einem nicht gefällt?

Was ist, was ist nur mit mir los ....
20.8.06 18:05


Und da war noch die Arbeit an der Kasse eines Großmarktes...

Erst einmal möchte ich konstatieren, dass die Tätigkeit als Kassierer wesentlich komplexer und anspruchsvoller ist, als man glaubt. Hält man es doch für selbstverständlich, dass man seine Ware nur auf ein Band zu legen hat und die Kassiererin sofort weiß, wo der 8-9 stellige Scancode ist und im Zweifelsfall den 4 stelligen Code für die Warengruppe oder bei Obst den für jede Obstsorte individuellen ebenfalls 4stelligen Code auswendig kennt. Man vergisst aber oftmals, dass der Scancode selten größer als 1 Zentimeter misst und es über hundert verschiedene Früchte, Obstsorten, Gemüsearten und Salate gibt.
Allerdings findet man mit der Zeit den Scancode schon gefühlsmäßig und deshalb sofort, man hat die Nummern für die häufigen Obstsorten im Kopf und kennt die Preise für die nicht ausgepreisten Obstkästchen. Da kommt dann noch hinzu, dass es vier verschiedene Sorten von Gutscheinen und Krediten gibt, dass Weine im Angebot manuell eingetippt werden müssen und man nie weiß, welcher Wein im Angebot ist, sofern man das Prospekt nicht am Wochenanfang auswendig gelernt hat und zu guter Letzt noch dass man trotz erdrückender Hitze auf einen halben Quadratmeter gezwängt ist und nur ganz selten mal eine Pause zum Trinken bekommt.
Und bis dahin sind noch keine Kunden im Spiel! Dieses wehleidige stets unzufriedene und ungeduldige Volk, was mit Samthandschuhen behandelt werden muss und dem immer Höflichkeit und Zuvorkömmlichkeit vorgegaukelt werden soll. Es fängt schon damit an, dass sie sich erst an der Kasse selbst und natürlich erst nachdem man die Ware über den Scanner gezogen hat entscheidet, ob sie sie nun nehmen oder doch nicht. Natürlich kann eine Aushilfe nur Sofortstornos ausführen, das heißt Einzelstornos müssen Kassenaufsichten machen, welche extra gerufen werden müssen. Außerdem ist der Kunde in 80% der Fälle unfähig den Preis richtig zu lesen und entscheidet sich dann nochmals um, weil ihm die Ware doch zu teuer ist. Oder aber er nimmt gar kein Geld mehr, zu wenig Geld, oder die falsche Währung. Ab und zu versucht der Kunde auch mit einer Ec Karte zu zahlen, dessen Einzelteile er erst aus dem Portmonaie hervorgraben und schließlich zusammen puzzeln muss und sich im Nachhinein noch wundert, dass sie nicht mehr funktioniert. Oftmals geschieht es auch, dass man den Kunden den Preis zu erklären versucht, weil sie schlecht sehen. Daraus ergibt sich aber in 90% der Fälle ein Kommunikationsproblem, weil leider die wenigsten Kunden deutschsprachig sind und auch nur ein kleiner Anteil davon Englisch oder Französisch versteht.
Und heute war mal wieder einer der Tage an dem ich nach Gott flehte und den Teufel zu Besuch bekam.

Es fing damit an, dass ich verfrüht Pause bekam. Verfrüht, also genau eine Stunde nachdem ich anfing, woraus sich ergab, dass ich spätere 4 Stunden ohne Unterbrechung arbeiten müsste, was bei einer Innentemperatur von 29° anstrengend sein würde. Und als ich dann meine Pause beendet hatte, wurde ich auch schon an Kasse 1 berufen. Kasse 1! Die Schnellkasse. Sie ist schon einmal für den Kassierer nervenraubend, weil der Kunde meint "Schnellkasse" impliziere eine Wartezeit unter 10 Sekunden. Ab 20 regt er sich auf und nach einer Minute beginnt er mit mündlichen Beschwerdeaufsätzen gegen den Kassierer, nach 2 Minuten droht er zu gehen und ehe man ihn die Drohung zu verwirklichen bitten kann, wirft er einem die Ware so vor die Nase, dass sich meist irgendwelche Flüssigkeiten aus Fleischwaren oder Hygieneartikeln über die Finger des Kassierers ergießen.
Aber gut, Sebb läuft los und setzt sich in die Kasse. Er richtet seinen Stornozettel zurecht, zückt einen Kulli für die Kartenzahlung, meldet sich an und widmet sich mit einem freundlichen "Guten Tag" dem ersten Kunden. Dieser schnauzt zurück, warum wir denn immer so lang bräuchten uns bei der blöden Kasse anzumelden. Da der Tag noch jung war und Sebb noch entspannt und gut gelaunt antwortet jener freundlich, dass die Markt uns leider nicht traue und deshalb einen Haufen Sicherheitsvorkehrungen einbauen würde. Selbstverständlich hatte der Kunde kein Verständnis und bezahlte deshalb wohl absichtlich 2 € zu wenig. Als ich ihn erneut möglichst freundlich drauf hinwies, begann er zu schimpfen und suchte Rotgeld heraus.

Auch nachdem der Kunde 2 € in 1, 2 und 5 Cent Stücken gezahlt hatte, hatte Sebb noch gute Laune, denn der Tag war ja noch jung.
Nur wenige Kunden und geringe Zeit später erfüllte sich der nächste Alptraum. Eine offensichtlich arabische oder türkische Familie hatte sich um den Kassenbereich versammelt (bei solchen Versammlungen bekommen paranoide Menschen es mit der Panik einer Belagerung zu tun, denn tatsächlich ist die ganze Kasse mit kopftuchtragenden Frauen und stämmigen Männern umstellt). Aber das war nichtmal das Problem, viel eher, dass sie unsern kompletten Kleidungsbereich in 2 Körbe gepackt hatte. Kleidung dauert. Denn jedes Kleidungsstück ist reduziert und deshalb einzeln einzutippen und jedes Kleidungsstück besitzt einen Bügel, der nicht mit darf und ein Sicherheitspieper, den es zu entfernen gilt. Also wühlt man sich geschwitzt durch 23 Röcke, und 12 T-Shirts, entsichert die Kleider und reicht sie in Körben weiter. Das kostet immense Zeit und die Schlange scheint ins endlose gewachsen. Also bezahlt die Familie und man fühlt sich seltsam befreit. Nun ist man allerdings mit Geschrei konfrontiert und mag vermag herauszuhören, dass die Kunden unzufrieden mit den Wartezeiten sind, denn eine Schnellkasse müsse ja schnell gehen. Senbb schwitzt, weil es gut warm ist.

Sebb hat noch gute Laune, denn der Tag ist ja noch relativ jung. Also zieht er flix die Sachen eines älteren Herrs über den Scanner und eröffnet ihm, dass er 10,98 € zu zahlen hat. Er grinst, wobei ein fahler Geruch dem jungen Kassierer entgegen steigt und dieser die goldenen Zähne des Kunden bestaunen kann. Der ältere Kunde zieht nun einen Müllsack mit Münzen im Wert von bis zu 20 Cent und verspricht es seien 12 €. In Anbetracht der Tatsache, dass das Auszählen einige Minuten in Anspruch nähmen erwiegt Sebb scheinbar zu offensichtlich das Geld einfach in die Fächer zu schütten und weiter zu machen. Aber die Kassenaufsicht hat sein Gedankengang verfolgt und atmet so tief ein, dass Sebb die Luft wegbleibt. Sie sieht ihn an als wollte sie sagen "Wag dich, und du wirst es nie wieder tun". Mit rotem Kopf zählt Sebb also das Geld, was im Übrigen nur einen Gesamtwert von 10,51 € hat. Der Kunde ist sauer, nimmt seinen Sack Geld und geht ohne die Ware gezahlt oder mitgenommen zu haben. Sebb schwitzt, weil es schon ganz schön warm ist.

Sebb ist immernoch relativ guter Laune, denn der Tag ist ja noch nicht so alt. Er bedient die wartenden und maulenden Kunden rasch, bis eine Dame 22 verschiedene Obst- und Gemüsesorten auf das Band knallt. Ein Schauer läuft Sebb über den Rücken, aber er hat schon viel mehr gemeistert und mit diesem Vorsatz stürzt er sich auf das Obst. Überraschend schnell geht es und er kennt sogar ausnahmsweise alles, was auf der Bande liegt. "So ein Glück" denkt er sich. Doch kaum hat er zu Ende gedacht, ertönt die kreischend hysterische Stimme der Kundin "Das sind doch niemals Äpfel. Das sind Mandarinen". Schon weil Mandarinen und Äpfel sich nichtmal im Geringsten ähneln kommt mir der Zweifel auf, die Kundin könnte sich irren. Dennoch schaut er nach und befindet das Obst erneut für Äpfel. Auf Wunsch der Kundin rufe ich dennoch die Kassenaufsicht, man will ja keinen Fehler machen. Auch die befindet die Frucht eindeutig als Apfel und daraufhin beschließt die Kundin ihre Mandarinen hier zu lassen, obgleich sie Äpfel weniger kosten als Mandarinen und sie im Glaube Mandarinen gekauft zu haben ein Gewinn mächte. Weil die Kassenaufsicht bereits vom Hin und Her Rennen ausser Atem ist, schnauzt sie Sebb an dieser solle sie nicht wegen solchem Schwachsinn rufen. Das leuchtet ihm ein.
Aber Sebb ist immernoch ein klein wenig gut gelaunt, denn der Tag ist ja nur ein wenig alt. Er bedient ungefähr 20 weitere Kunden, bis ein junger sportlicher Araber mit einem Turban seine 102€ teure Ware mit einem Gutschein bezahlen möchte. Dieser ist von dem Ordnungsamt, der einem Sabrin Ahlada Waren im Wert von 100€ erstattet, weil der genannte an einer Querschnitzlähmung leide. Mit einem verwunderten Augenbrauenhochziehen mustert Sebb den sportlichen gesunden jungen Mann und hakt nach, ob er Sabrin Ahlada kenne. Der Araber grinst und schüttelt den Kopf "Habe ich gefunden. Habe ich Gutschein gefunden". Sebb versucht zu erklären, dass der Sabrin Ahlada aber auf dem Gutschein unterschreiben müsste und dass wir den Gutschein ununterschrieben leider nicht annehmen können. Der Araber scheint nicht zu verstehen und rudert beängstigend mit den Händen. Ein Kunde löst sich aus der SChlange und erweist sich als Dolmetscher. Als er mit seiner Erklärung geendet hat, zerreist der Turbanträger den Gutschein und verschwindet. Also räumt Sebb den Warenberg im Wert von 102€ zur Seite, um weiter zu arbeiten. Sebb schwitzt, weils schon heiß ist.

Sebb hat nich mehr ganz so gute Laune, weil der Tag schon älter ist. Direkt nach dem Dolmetscher, dessen freundliches Auftreten meine Laune sogar etwas aufgebessert hat, erscheint eine ungepflegte und nicht nur wegen der Temperatur stinkende Frau. Sie hat 2 Jeans und ein paar Socken gekauft. Sebb zieht alle drei Sachen drüber und verlangt 104,99 €. Sie sucht 5 10€ Scheine raus und ist im Begriff zu gehen, als Sebb die Jeans festhält. Sebb erklärt freundlich, dass sie noch nicht alles bezahlt hätte, aber sie versteht nicht und fordert ihre beiden Jeans ein. Erst als Sebb es erneut erklärt, ist sie bereit die Socken für 4,99 € zurückzugeben, besteht aber darauf beide Jeans mitzunehmen. Inzwischen hat sich die freundliche der beiden Kassenaufsichten dazugesellt, die Sebb auffordert ihr einfach eine Jeans aus der Hand zu nehmen und wegzulegen. Der Obrigkeit stets treu ergeben, greift dieser nach der Jeans. Die Kundin schreit hysterisch: "Was nehmen sie mir meine Jeans weg, das ist meine von meinem Geld gekauft!". Glücklicherweise ist der Sicherheitsbeauftragte heran, der sie geschickt von der Jeans trennt und ihr befiehlt den Markt zu verlassen, falls sie nochmals die Hand gegen einen Angestellten erhebe. Sie läuft schimpfend davon, erscheint aber später wieder und versucht ohne Geld eine weiter Jeans zu erwerben, woraufhin der Sicherheitsangestellte sie aus dem Laden mit 2 Wochen Hausverbot wirft. Sebb schwitzt, weils scheissheiss ist.

Sebb hat Scheisslaune, weil der Scheisstag schon so alt ist. Die folgenden Kunden machen sich über die Verrückte lustig, was das Gemüt des Kassierers wieder ein wenig aufhellt. Aber nur bis zu einer offenbar asiatischen Kündin, die die komplette Bande mit Waren zupflastert. Sebb weist sie freundlich daraufhin, dass dies eine Schnellkasse mit bis zu 10 Waren ist. Sie versteht nicht. Eine chinesische Kollegin übersetzt, aber Sebb erkennt, dass es genauso viel Zeit kosten würde die Waren über den SCanner zu ziehen, wie die Waren wieder aufzusammeln und wieder in den Einkaufswagen zu verfrachten. Also beginnt er zu scannen und kommt auf einen Gesamtwert von 350€ . Erstaunt nennt er ihr die Summe und gleichgültig zieht sie einige Scheine. Sebb schaut erstaunt auf die Scheine, erkennt sie, und erklärt erneut freundlich, dass der Toom Markt leider keine Yin akzeptiere. Sie versteht nicht. Also wird wieder die Kollegin gerufen und übersetzt. Daraufhin zückt die Kundin 30€ und reicht sie Sebb selbstgefällig. Die mittlerweile auch genervte asiatische Kollegin erklärt, dass dies aber zu wenig sei, wesentlich zu wenig. Daraufhin wird die Kassenaufsicht gerufen und Ware für Ware storniert, bis die Kundin hat was sie möchte und bei ihrem maximalen Einkaufswert von 30 € angelangt ist. Genervt verschwindet sie. Sebb schwitzt, weils unaushaltbar heiss ist.

Sebb hat richtige SCheisslaune, weil der Tag schon viel zu alt ist.
Als die letzten Kunden um 20:49 verschwinden (also 49 Minuten nach Ladenschluss und 30 Minuten nach Feierabend), putzt er seine Kasse und zählt das Geld ein. Immerhin 4500 € eingenommen, ohne EC Cash. Der Ausblick auf 3 Wochen Urlaub entlockt dem geschwitzten und nervlich toten Kassierer ein Lächeln. Er trottet aus dem Markt. Ein Arbeitstag wie jeder andere.
13.7.06 23:18


Für ein generelles Rauchverbot in Schulen und Restaurants

Meine Freiheit und meine Rechte gehen nur bis zu dem Punkt, an dem sie die eines zweiten verletzen oder einschränken.

Dieser so wichtige Satz allein sagt alles aus. Raucher verletzen die Gesundheit von dritten permanent, rücksichtslos und hemmungslos. Jedem ist es selbst überlassen, ob er sich der Droge bzw dem Suchtmittel hin gibt oder nicht, aber sobald er die Gesundheit anderer die sich gegen das Rauchen entschieden haben dennoch gefährdet, verstößt er gegen alles, was wir Recht nennen. Denn somit nimmt er sich die Macht in die Freiheit des Zweiten einzuschreiten, in dem er dessen Gesundheit gefährdet und ihn den Nebenwirkungen der eigenen Zügellosigkeit aussetzt. So etwas ist egoistisch und unrecht.
Gerade an Bildungsstätten sollte das Rauchen verboten sein. Beeinflussbare Kinder werden sofort in die Welt des Alkohol- und Drogenkonsums eingeführt, unausweichlich. Keiner ist sich des Problems wirklich bewusst und Raucher fühlen sich in ihrer Freiheit beschränkt, wenn sie fortan einige Meter zurück legen müssen, ehe sie sich Entspannung in Form einer einfachen Zigarette genehmigen dürfen. Dabei ist es doch selbstverständlich, dass derjeniige, der sich für den Raubbau des eigenen Körpers entscheidet, Rücksicht auf jene nimmt, die sich für ihre Gesundheit entschieden haben.
Ich fordere ein Rauchverbot an Schulen, in Restaurants und öffentlichen Bildungsstätten und vielleicht sogar in der gesamten Öffentlichkeit! Verschließt nicht weiter die Augen, es sterben so viele an Krebs infolge übermäßigem Zigarettenkonsum und wir machen den Fehler immer wieder. Zeigt Stärke oder wenigstens soviel Souveränität anderen die Entscheidung über deren Gesundheit zu überlassen!
11.7.06 02:06


Elterngeburtstage

Ihr kennt dieses Gefühl ganz sicher. Man wacht auf, schlaftrunken wankt man zur Tür und genau in diesem Moment beschleicht einen das hellseherische Gefühl irgendwas vergessen zu haben. Man wirft mit halbgeöffneten Augen einen Blick in feindliches Feld und begreift im Zimmer der eigenen Schwester ein Geschenk stehen und sobald man dann auch die summende Stimme des Vaters wahrnimmt weiß man Bescheid: Mama muss heute Geburtstag haben.
Man hat zwar keine Ahnung, ob der letzte Geburtstag vor einem Jahr war, aber man ist sich sicher, dass es weder diese noch letzte Woche war, folglich muss er scho nahe stehen. Das Geschenk deuten auffälligst drauf hin und des Vaters Gesumme soll das Geburtstagslied ersetzen, was verloren ging, als ich 11 wurde. Als mein Vater nun pfeift, erscheint meine Schwester sofort mit einem Stapel Geschenke in der Hand und ist im Begriff an mir vorbei zugehen bis sie mich erkennt und jäh abstoppt. Sie mustert den schlaftrunkenen, stinkenden jungen Mann einen Moment ehe sie grinst und weiter geht. Dann hält sie erneut inne : Trotz aller Feindschaft hat man sich unter Geschwistern immer aus der Patsche geholfen. Ihre kleinen schnell huschenden Augen verraten, dass sie aber im Moment keine Chance sieht und so tappst sie die Treppe herab. Kurzzeitig denke ich darüber nach den Schlafwandelnden zu miemen und aus der Tür zu entfliegen, verwerfe den Gedanken aber sofort wieder. Ich muss es also so durchziehen. Ich habe die Suppe eingelöffelt durch meine totale Verpeiltheit, nu muss ich da durch. Bevor ich die treppe herunter stolper, stelle ich die Realtiät auf die Probe und die Wand beweist mir, dass mein Kopf nicht nur im Traum dagegen schlägt.
So begab es sich dann, dass ich vor meiner Mutter stand und sie anschaute und wirklich ehrlich zu ihr sagte: "Mama, es tut mir Leid. "
Sie lächelt, was mich zunehmend verwirrt. Das kann nichts gutes heißen. "Du hattest zwar versprochen, dass du die Meerschweinchen fütterst, wenn Ann-Kathrin auf dem Geburtstag und wir beide am Badesee sind, aber nun habe ich es doch schon gemacht."
Ein Blick zu meinem Vater und dann wieder ins Gesicht meiner Mutter. Beinahe wäre mir ein "Du hast heute gar icht Geburtstag?" herausgerutscht, aber ich kann mich beherrschen und fordere forsch Frühstück. Es ist doch immer wiedeer gut, so daran erinnert zu werden und nein ich habe wegen exakt diesem Alptraum noch nie einen Geburtstag meiner Eltern verschlafen.
6.7.06 01:33


Wm 06

Ich kann es nicht fassen. Deutschland ist im Halbfinale ausgeschieden. Ich versteh es nicht und kann es nicht fassen. Alles wofür ich stand, wofür ich jubelte und wofür ich sang ist dahin, als sei es nie gewesen. Natürlich muss man anerkennen, dass Italien einfach das Fitzelchen Glück hatte, das uns gefehlt hat. Es ist so traurig, wie ein Cowboy, der in die Sonne reitet, weil sein Platz im Wilden Westen ersetzt wurde. Es ist als habe man mir was weggenommen, was ich unbedingt haben wollte. Ich höre die hupenden Italiener und weiß, eigentlich wollten ich und mein Cousin da sein. Sein Auto war schon präpariert mit Fahnen und Schals - umsonst. Wem kann ich einen Vorwurf machen? Die Deutschen haben sehr gut gespielt, aber nicht getroffen, das war der Fehler. Keinem. In so Momenten sucht man sich gerne Gott, dennoch, wir sind draussen, es gibt keinen Schuldigen, es ist einfach vorbei.
Und das Schlimme ist auch, dass die WM etwas besonderes war. Sie war hier und ich war so dabei wie noch nie. Mein Cousin und ich waren in ewigen Autokorsos und bei Public Fewing Plätzen, es war etwas besonderes. Die Stimmung, der aufgeflammte Patriotismus eines Landes, das diesen längst wieder verdient. Alles besondere und alle Motivation und Begeisterung schlagen momenten in resignierende Trauer um. Ich war teil dieser Mannschaft und wir sind geschlagen worden, wir sind gescheitert, das tut weh.
Nie mehr, nie mehr wird es das geben. Es ist vorbei und wir sind im Halbfinale gescheitert auch wenn unser Auftritt bei dieser WM ein Erfolg war. Auch wenn wir Herzen eroberten und mit Fußballkunst begeisterten und uns mit Siegen gegen große Mannschaften wie Argentinien oder Schweden wieder in das Licht der internationalen Fußballeuphorie gespielt haben, sind wir doch ausgeschieden.
Vorbei, alles vorbei. Nie mehr. Kliensi wird wohl kaum noch 2008 in Südafrika Trainer sein und wenn doch werden meine Jungs, meine Stars, ersetzt.
Ich bin so traurig, es ist nur Fußball, aber wieviel hat mir dieser Fußball bedeutet. Gerade gegen Italien, die mir das ganze Turnier noch nicht gefallen haben. Es lässt alle Träume und Wünsche schwarz aussehen, der morgige Tag, ich wieß ich werde ihn hassen.

Ach man, ich könnt heulen, und das wegen Fußball!

Blüh im Glanze deines Glückes
Blühe deutsches Vaterland!
4.7.06 23:55


til whenever unnamend

Ein einziger Gedanke
Ein einziger Wunsch
Ein einziges Australien
Ein einziger Traum

Wir sitzen hier zusammen
Du und ich wir zwei
Morgen ist schon heute
Und morgen sind wir frei

Die Zeit sie zieht vorüber
Die Zeit sie zieht vorbei
Wir sind das Lot der Welt
Und dennoch einerlei

Die Freundschaft, die uns verbindet
verbindet nur uns zwei
Wir sind heute hier zusammen
Und morgen sind wir frei

Refrain:
Die Welt ist dir und mir
Heute zusammen
Für immer verbunden
Die Welt ist dir und mir
Und der Himmel
Singt vom Glück



.... to be continued
2.7.06 02:14


Zufriedenheit und Ansprüche

Ansprüche bedeuten Erwartung oder die Hoffnung auf eine Erwartung. Ansprüche bieten eine Qualitätsgarantie des Erlebten bzw zu Erlebenden, steigern Niveau und Stil und sprechen in jedem Fall für den individuellen Charakter. Ansprüche machen interessant und besonders, grenzen von dem Normalen ab. Ansprüche sind erreichbare Utopie.
Wenn ich jemandem zum Geburtstag gratuliere, wünsche ich neben Gesundheit meist Zufriedenheit. Zufriedenheit ist vielleicht das wichtigste, wenn nicht aber eines der wichtigsten Dinge, die diese Welt bietet. Wer zufrieden ist, ist glücklich mit dem, was er hat und das is variabel und ganz frei von Qualität oder Quantität des Besitzes. Wir alle kennen die Bilder von tanzenden Brasilianern, die einfach froh sind, obwohl sie sicher keinen Lebensstandard genießen dürfen, wie wir ihn zu genießen pflegen. Oder sehr beliebt sind Videoaufnahmen eines lächelndes alten Mannes, der trotz seiner fehlenenden Zähne das Glück einer Zigarette genießt. - Ganz egal welches Beispiel wir wählen: Zufriedenheit und damit Glück unabhängig von Besitz oder sonstigen weltlichen Gelüsten ist Gut zum Träumen.
Im Grunde widersprechen Ansprüche aber der sogenannten Zufriedenheit.
Ausgegangen von Ansprüchen, die wenig mit den Präsenten der Welt konform gehen, beispielsweise einer sich ausgemaltem Traumfrau, treffen Zufriedenheit und jene Ansprüche meist nur im alkoholisierten aber auf jedenfall aphrodiasierten Zustand aufeinander. Denn welche Frau bietet wirklich ausnahmslos alles, was du je von einem engelsgleichen weiblichen Geschöpf erwartet hättest?
Überlege ich, so suche ich eine sportliche aber nicht zu sportlich aktive, eine Kluge aber doch mir unterlegene, eine interessierte aber doch nicht zu wissensgierige, eine stilvolle aber doch verrückte, eine gutaussehende aber kaum eingebildete, eine selbstbewusste aber nicht abgehobene, eine kreative aber nicht zu gesellschaftsentfernte, eine modebewusste aber kaum markenbeeindruckte, eine chillige aber nicht zu langweilige, eine tolerante aber nicht alles akzeptierende, eine alternative aber nicht zu abstrakte [...] Frau.
Wahrscheinlich unerreichbar, weswegen Realität und Ansprüche selten ihren jeweiligen Weg kreuzen. Sind Ansprüche also Weg zu Niveau und Stil aber gleichzeitig Weg zu Enthaltsamkeit wegen der Rarität körperlicher Befriedigung in ganz verschiedener Art und Weise? Sind Ansprüche strebenswert, oder sollte man sich lieber der Zufriedenheit widmen, die Glück und Reinheit mit sich selbst dem eigenen Leben bietet?

Ich fürchte, die Perfektion des als Ansprüche beschriebenen Niveaumaximums ist schlichtweg unmenschlich. Selbst wenn man den Dualismus des Körpers und der Seele abtut, muss man sehen, dass der Körper schwer zur Enthaltung zu zwingen ist. Besonders wer hier aufwächst, wird eingebunden und bekommt Wertvorstellungen und Maxime eingeprägt, derer Enthaltung kaum mit eigener Zufriedenheit zu erreichen ist. Infolgedessen fürchte ich, bindet das Monstrum Gesellschaft uns exakt in der Mitte. Es stellt uns stets die Aussicht auf niveauvolle Anspruchsreichlichkeit bereit, suggeriert aber zugleich den Geschmack der Unerreichbarkeit, der Utopie. Ich fürchte für den Menschen ist es gar unmöglich, zufrieden zu sein. Ein letzter Grund mit dem richtigen und vor allem eigen dosiert und definierten Mix aus Zufriedenheit und Ansprüchligkeit zu leben.
17.6.06 04:14


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