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Sebbi Little =)

Letztens sprach mich einer darauf an, wie ich damit klar käme, dass ich allemal 10 Zentimeter kleiner sei, als der Durchschnittsmensch. Ich muss ihn daraufhin ziemlich verdattert angesehen haben und hatte nichtmal eine passende Antwort parat, was mir normalerweise nicht sonderlich schwer fällt. Ich meine, es ist ja nicht so, dass ich keinen Spiegel im Zimmer hab' oder den Zusammenhang zwischen dem Spiegelbild und mir selbst nicht erkenne, aber ich war über die Frage wirklich überrascht. Selbstverständlich war ich kleiner als die anderen, aber warum müsse man damit "klar kommen"?
Man entwickelt sich nun mal so oder so. Der eine hat eine größere Nase, der andere nicht. Der nächste ist größer, der übernächste nicht und der darauf folgende ist sogar ziemlich klein. Das war bisher immer so und wird wahrscheinlich auch immer so bleiben. Jedenfalls ist das für mich kein Problem, mit dem ich in irgendeiner Weise "klar kommen" müsste. Es ist doch wie mit fast allem im Leben: Es hat Vor- und Nachteile.
Man muss das so sehen: Wenn wir damals auf dem Bolzplatz kicken waren, war ich der wichtigste Mann. Jetzt ma abgesehen von der Leistung war ich derjenige, der die Bälle aus dem Gebüsch geholt hat, weil kein anderer da reingehen konnte ohne sich alles zu zerkratzen.
Oder wenn wir Verstecken im Kinderhort gespielt haben. Da war ich der einzige, der sich wirklich unauffällig in die Kindergartenkindermenge mischen konnte. Auch beim Klettern hatte ich nützliche Vorteile. Ich konnte mich im Gegensatz zu meinem doppelt so großen und schweren Kumpel an jedem Ast festhalten und hochziehen, während ich ihn beinahe wegen Naturzerstörung hätte anzeigen können! Ja und auch in meiner späteren Jugend hatte ich dadurch Vorteile. Meine Mutter gab mir 1,80 € für die Straßenbahn, soviel kostete das Erwachsenenticket was man ab 14 Jahren braucht (paradox, hm?). Somit machte ich pro Einzelfahrt 70 Cent Gewinn, denn ich ging problemlos als unter 14 durch. Dieser Vorteil relativierte sich allerdings mit der Zeit immer mehr. Schuhe und Kleidung ist für meine Größe übrigens auch meist billiger. Ich passe bequem in ein Kinderbett und Bettwäsche brauch ich auch nicht unbedingt in Erwachsenengröße, was auch ordentlich Geld spart.
Ach und Nachteile hat es kaum. Sieht man mal von einigen Zusammenstößen mit der Tischkannte oder nem Türknauf ab und beachtet man mal nicht, dass Mädchen immer nur größere Männer haben wollen und Kontaktanzeigen im Kindergarten nicht erwünscht sind. Ja und vergisst man dann einfach mal, dass Autofahren mit Kindersitz scheisse aussieht und ich bei Konzerten generell nichts sehe. Übrigens kaufe ich in Geschäften aus Prinzip nichts, bei denen ich nicht auch an die oberste Ablage komme.

Lalala, irgendwie ist mir die Lust vergangen weiterzuschreiben. vielleicht setzte ich's mal irgendwann fort :P
19.2.07 12:29


Die Verwendung von "Ich" - Sebb versus Deutschlehrer

Der Idee diesen Text zu verfassen liegt eine Kontroverse mit meinem Deutschlehrer zu Grunde, die sehr zu meinem Missempfinden vor der ganzen Klasse statt fand. Nicht, dass ich nicht öffentlich zu meiner Meinung stände oder auch vor Publikum nicht ausreichend formuliert vertreten könnte, muss es doch eine abschreckende Wirkung auf meine Mitschüler gehabt haben, wie penibel mich dieses Problem und vor allem das Urteil meines Lehrers, ich habe es "falsch verstanden" und es sei katastrophal so etwas von mir als Einserschüler überhaupt zu hören, tangiert. Die Kontroverse war entsprechend heftig und die Atmosphäre geschwängert mit sich hochkochenden Emotionen. Kommen wir aber auf das eigentliche Thema zurück: Es handelt sich um die Verwendung des Wortes "Ich" und die Möglichkeit daraus schlussfolgern zu können, ob die Meinung des Ichs die Meinung des Autors repräsentiert. Sicher ist, dass ein Autor in einem Roman fiktive Figuren erfindet, die in ihrem Meinungsbild nicht die Ansicht des Autors vertreten, wenn gleich er sie gut und stichhaltig argumentieren lässt. Umgekehrt nutzt er gelegentlich seine geschaffenen Charaktere als Sprachrohr, womit er uns seine Meinung mitteilen kann. Wie ist es aber bei einem Sachtext? Mein Deutschlehrer vertrat die These ein Sachtext repräsentiere die Meinung des Autors, vor allem wenn sie mit dem Wort "Ich" beginnt. "Es wird eine Meinung widergespiegelt und es gibt keine Anzeichen und keine Gründe dafür, dass es _nicht_ die Meinung des Autors sein sollte. Ich aber werfe ihm vor das Problem von der falschen Seite anzugehen. Ich finde, die Frage bezüglich der Meinung des Autors müsste heißen: "Finde ich Indizien dafür, die in dem Text widergespiegelte Meinung auf den Autor zu beziehen?". Natürlich birgt die Fragestellung einen hohen Schwierigkeitsgrad denn beschäftigt man sich mit dem Erwartungshorizont ihrer Beantwortung kommt man zu der rhetorischen Grundfrage: Kann man überhaupt mit 100 % Sicherheit sagen, dass der Text der Meinung des Autors entspricht? Nein, vermutlich kann man das nicht. Man kann maximal mit hoher Sicherheit sagen, dass die Meinung eines Textes der des Autors gleicht und das dieser den Text als Veröffentlichung seiner Meinung nutzt. Dennoch muss man das Problem stets skeptisch angehen. Mein Deutschlehrer fand darin keinen Sinn und entgegnete: "Wozu sollte ein Autor denn eine Argumentation und schließlich eine Meinung darstellen, wenn er sie nicht vertritt?". Ich wundere mich an dieser Stelle über seine mangelnde Fantasie. Mir fielen gleich mehrere Beispiele ein: Nehmen wir einen Mensch, der kritische Gedanken äußern möchte sie aber nicht auf sich zurück führen lassen will. Systemkritik, die mit Strafen geahndet wird. Oder aber jemand der die Argumentation eines ausländerfeindlichen Rechten darstellt. Vielleicht möchte er mit dem Text nur bewirken, dass die Öffentlichkeit auch rechten Argumenten entsprechend linke entgegenstellt, statt mit Ignoranz und Verachtung zu reagieren. Man darf nämlich nicht vergessen, dass Links und Rechts die Mitte bilden. Es gibt eine ganze Reihe an Gründen die Meinung von jemand anderem darstellen zu wollen, die nicht zwingend der eigenen entspricht, um ein Ziel zu erreichen.
Genauso viele Möglichkeiten der Umsetzung gibt es auch. Da wäre das normale Verfahren ein Roman und in ihm fiktive Personen zu erfinden, die diese Meinung vertreten. Oder aber einen Sachtext zu schreiben und ihn mit dem Personalpronomen "Ich" zu introduzieren. Normalerweise würde man ihn zum besseren Verständnis mit einer Art Einleitung erklären, wie zum Beispiel: "Herr X sprach eines Morgens zu seiner Frau: etc." Wenn man sich diesen Einleitungssatz wegdenkt, ist diese Form des Schreibens immernoch möglich. Ab dem Punkt, wo Anführungszeichen zu Beginn des Textes stehen, kann man von eine Rede, wenn auch einen Monolog erwarten, der nicht zwingend die Meinung des Autors ausdrückt.
Ein kleines Beispiel:

Sebastian Braun - "Gegen Ausländer"

"Ich bin 55 Jahre alt, und arbeitsloser Bauarbeiter. Mein Leben lang schuftete ich auf der Baustelle, aber jetzt ist ein neuer Jungspund angetanzt. Der spricht zwar nur bedingt deutsch, aber er ist jünger und kräftiger und ersetzt mich. Er heißt Mohammed und kommt aus der Türkei. Deshalb bin ich gegen die Einwanderung von Ausländern. Mein Arbeitgeber kann wenig dafür - er muss sehen, was für das Unternehmen das beste ist. Ich kann nichts dafür, denn ich kann nur leisten was ich leiste. Auch Mohammed kann nichts dafür, denn er sucht ein neues Leben und Arbeit und will mit Sicherheit keinen verdrängen, aber er will nun mal arbeiten und nicht wie ich jetzt an dem Existenzminimum leben, 1 € Jobs betreiben und Müll vor Schulen aufsammeln, um wenigstens Arbeitslosengeld zu bekommen und dann noch auf eine minimale Rente hoffen, die mich sowieso vielleicht gerade mal durchbringt. Der einzige, der Schuld trägt, ist der Staat! Er hat dafür zu sorgen, dass sein soziales Sicherungssystem funktioniert und das das eingenommene Geld den Bürgern wieder zu Gute kommt. Die Einwanderung von Ausländern ist dafür meistens Gift! Wie oft kommen gut ausgebildete Arbeitskräfte ins Land, die unseren Unternehmen so gute Gewinne bringen, dass wir alle davon profitieren? Aber wie oft kommen Ausländer rein, die weder gut deutsch sprechen noch überhaupt eine Aussicht auf ein guten, langfristigen Job haben? Dann sind sie hier, arbeiten ne Weile im Handwerk, werden eingebürgert, arbeiten weitere paar Jahre und werden danach arbeitslos und schon müssen alle deutschen Arbeitenden sie finanzieren. Deshalb bin ich gegen eine Einwanderung. Wir werden mit dem größten Problem der Arbeitslosigkeit eher fertig, wenn nicht neue (potentielle) Arbeitslose dazu kommen."

In diesem Text habe ich offensichtlich eine fiktive Person erfunden. Sie vertritt eine Meinung, die absolut nicht der meinen entspricht, sogar im Gegenteil. Aber ich wollte dennoch etwas erreichen. Ich möchte Leute darauf aufmerksam machen, dass die Argumentation rechts Gesinnter nicht immer schlecht und keinenfalls mit Ignoranz zu strafen ist. Die NPD gewinnt in manchen Kommunalwahlen Sitze und das ist kein Grund sie zu ignorieren, sondern ein Grund sie am politischen Leben teilhaben zu lassen. Wenn sie tatsächlich falsch liegt, gilt es sie und damit auch die ihr folgenden Bürger zu überzeugen. Schließlich vertritt sie das Volk.

Man kann die Verwendung des Personalpronomen Ich also vielfach und zu vielen verschiedenen Aussagen nutzen.

Zu dem Thema Sebb versus Herr Wolf kann man anführen, dass er mir heute riet "extravagante" Wörter wie Introduktion nicht in Klausuren zu verwenden, weil er sie als Fehler anstreiche. Solche Wörter "befremden" sowohl ihn als auch andere Deutschlehrer. Es sei denn ich zeige ihm ein Buch, in dem das Wort tatsächlich für "Einleitung" verwandt wird. Nur weil das im Duden stände, sei das noch lange nicht so zu benutzen.
Aus dem Duden: "Introduktion

In|tro|duk|ti|on [f. 10] Einleitung, Vorspiel; Syn. [kurz] Intro [
Am vorigen Tag hatte er der Klasse die Erweiterung des Wortschatz und die verwendung lateinischer Wörter und Bezeichnungen statt den deutschen (Adjektiv statt Eigenschaftswort) empfohlen.
16.2.07 16:06


Ideologie - Zum Scheitern verdammt und deshalb erfolgreich!

"Der Alkoholkonsum Jugendlicher steigt!", verriet mir mein Radio heute morgen in gar panischem Ton. Es ringt mir immer wieder ein Schmunzeln ab, wenn die Erwachsenen etwas über die Jugend feststellen und so tun, als würden sie uns verstehen. Das ist wie ein festes Gesetz, es ist eine Grenze und eine Schranke. Kennt ihr Erwachsene, die Jugendsprache authentisch imitieren können? Wie auch immer, es endet dabei, dass Generationen von einer Wand getrennt sind, die manchmal hauchdünn, aber viel zu oft Meter breit ist. Politiker reagieren vor allem auf solche Meldungen, in dem sie versuchen die Möglichkeiten Jugendlicher einzuschränken an Alkohol zu gelangen, ähnlich auch momentan mit dem teuren Umbau der Zigarettenautomaten. Ein Mann hat mir mal beigebracht, man dürfe den Baum nicht kürzen, wenn man ihn weg haben möchte, sondern man müsse die Würzel ausgraben. Was das bedeutet liegt auf der Hand: Man darf ein Problem nicht an den Folgen packen, sondern muss die Ursachen bekämpfen!
Warum konsumieren Jugendliche Alkohol? Wenn man diese Frage beantwortet haben will, muss man sich überlegen, was Alkohol bewirkt: Es vermittelt anfangs Glücksgefühle, lässt den Moment leben, beruhigt später, lässt vergessen und rückt Probleme in den Hintergrund. Wie das immer so ist, ist auch meine Erkenntnis stark subjektiv beeinflusst, denn ich bin einer von denen, die hier charakterisiert werden sollen. Ich schätze, ich bin nicht der einzige, der neben dem belebendem Effekt unterbewusst und insgeheim die vermeindliche Flucht aus dem matten Alltag und aus der Realität schätzt. Das passt ganz gut ins Bild, denn Perspektivlosigkeit, weit verbreitete Hoffnungslosigkeit, Jugendarmut und Jugendarbeitslosigkeit in der eiskalten Wissensgesellschaft treibt den Menschen doch an seine Grenzen. Wie viel kann ein Mensch und dazu ein junger Mensch denn ertragen, bis alles in ihm rebelliert? Wenn dich jemand fragt, ob du in deinem Leben den richtigen Weg gewählt hast, was würdest du antworten? Die Jugend ist es, die ihren Weg sucht. Das fällt nicht immer einfach, aber jeder ist darauf bedacht den seinen und den richtigen Weg zu finden. Schwarzmalerei und das Tilgen von Chancen bis zu einem Punkt, an dem man nicht mehr weiter weiß, ist Lebensgift. Die Gesellschaft weiß gar nicht, wie sehr sie sich selbst schadet. Die einzigen, die in der Politik kein Wahlrecht haben und noch nicht mitreden können, sind die, die es noch nicht gibt. Kinder! Sie können die Welt von morgen erst bestimmen, wenn es bereits morgen ist. Und wissen sie dann noch, dass sie die Verantwortung für Übermorgen tragen? Sind wir ehrlich: Welche Chancen bietet denn die Zukunft noch für einen Hauptschüler oder gar jemanden, der gar keinen Abschluss erreicht hat? Er ist quasi verloren. Wenn er einen Job bekommt ist dieser stets unsicher und umso unsicherer, wenn er altert. Dazu kommt, dass keine staatliche Rente ihm mehr Lebensqualität oder nur Lebensstandarderhaltung im Alter bieten kann. Und da wundert man sich, dass die Kluften zwischen Reich und Arm klaffen und wir mehr und mehr in eine oligarische Gesellschaft geraten?
Die Globalisierung, die Politiker, die Wirtschaft, sie sind alle gleichsam und doch gar nicht Schuld. Wohin geraten wir, wenn Bildung und Erfolg im Leben von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern abhängt und vor allem, wenn nur ein geringer Prozentteil aller Eltern zu solchen zählen, die das Geld aufbringen können? Die Mittelschicht stirbt, ein kleiner Teil arbeitet sich zur Oberschicht auf und der größte Teil sinkt in den unteren Standard herab. Warum stehen ratlose Politiker im Fernsehen und zeigen mir ein Haushaltsloch, das alles aufsaugt, was uns retten könnte? Ich will nicht die Politiker an den Pranger stellen. Sie arbeiten sicher gut und ich bin mir sicher, dass ich es nicht besser könnte. Keines, nicht ein System ist dem Prozess des Fortschritts gewachsen, den wir momentan betreiben. Das Rentensystem scheitert demographisch, weil es immer mehr Rentenbedürftige und immer wenigere Einzahlende gibt, schon durch das Altern der Bevölkerung und Kinderlosigkeit bedingt. Das Sozialsystem fällt ebenso, da immer mehr davon abhängen, aber immer weniger Halt bieten. Das Gesundheitssystem fällt, da die älteren Menschen gebrechlicher sind. Überall entstehen Löcher, überall fehlt es und wer will so einen Haushalt decken? Was mir fehlt ist aber ein Ziel, eine Motivation, die uns alle voran treibt. Freie und unabhängige Bildung für eine soziale und ausgeglichene Gesellschaft. In meinen Adern pulsiert das Blut purer Ideologie, einen Staat zu schaffen, in dem jeder die gleichen Chancen hat, ganz unabhängig von seiner Herkunft und den Möglichkeiten der Eltern. Ich will einen Staat, in dem Menschen Karriere und Familie einen können und sich nicht länger von dem Zeitdruck zerquetschen lassen müssen. Ich will einen Staat, in dem Ökologie nicht nur der geprügelte Bruder seines Namensvetters, der Wirtschaft, ist, der nutzloses Mitleid geschenkt bekommt. Und, um auf den Anfang zurück zu kommen und damit den Kreis zu schließen: Ich will einen Staat, in dem man nicht mehr aus der Realität fliehen muss.
24.1.07 00:31


Oddyseus, Faust, Sebb

"Da steht ein verträumter Junge in der Pausenhalle. Sein Blick geht ins Leere und die Augenringe erzählen von langen Abenden, an denen er dem Alltag entflieht. Er schaut sich um, in seinem Blick liegt stets etwas Suchendes. Ja, das Suchende Element ist sein ganzes Leben. Er war immer, was er nie sein wollte. Er bemühte sich, doch viel zu viel blieb auf der Spur. Auf dem Weg zu sich selbst und auf dem Weg durch die Welt eckte er so oft an, dass er taumelt. Und heute? Nun steht er da, und schaut sich um. Er sucht die Frau, bei der er den Kopf in den Schoß legen kann und bei der er alle Sorgen und den ganzen Missmut dieser Welt abladen kann, um sie ganz rein zu erleben. Er will alles das sein, was ihm fehlt, das hat er sich geschworen. Die Vergangenheit erzählt von Versuchen, erzählt vom Scheitern. Die Hoffnung schwindet in ihm, doch das kleine Herz kämpft stetig gegen die Welt an, die ihm erzählt wie sie ist. Er will sie nicht, er will sie so nicht. Nein, er glaubt nicht daran. Da draußen gibt es jemanden, für den die Welt das ist, was er sucht. Da draußen gibt es jemanden, der weiß, wie die Welt ist und weiß, wie sie sein sollte. Und was soll er tun? Soll er werden, wie die anderen. Soll er primitiv seine Lüste befriedigen und sich an den Günsten der Welt laben, oder soll er sein, was er sich so sehr wünscht?
Ihm ist es egal, ob sie ihn verstehen. Er merkt es zwar, aber er will sich auch nicht um ihre Meinung kümmern. Er will so sein wie er ist und er hofft, dass sie es versteht. Sein Blick ist leer. Er lässt ihn durch die Pausenhalle schweifen, bis ihn der Alltag wieder fängt."
16.1.07 00:37


Sein bestimmt Bewusstsein

Ich habe lange über den dialektischen Materialismus von Marx nachgedacht. Ich habe mich vehement dagegen zu wehren versucht. Zeitweilen habe ich sogar das Gegenteil behauptet. Allerdings hat Marx Recht, obgleich er es mehr auf die damalige Gesellschaft und ihr anthropologisches Bild bezog. Aber wenn wir den Satz auf die heutige Gesellschaft anwenden, kommen wir zu meinem Standpunkt:
Jeder von uns erinnert sich doch daran, dass er etwas besaß oder sogar bestitzt, worauf er besonders stolz ist. Meistens, weil es teuer war. Man trägt also die neuen Markenschuhe, eine besondere Jacke oder Tasche, fährt in einem besonders teuren und schicken Auto und dank dieser Oberflächlichkeiten fühlt man sich als etwas Besonderes unter den vielen. Es ist wie ein Anflug von Erhabenheit.
Oder ein anderes Beispiel ...
Wieviele von diesen Punks gibt es, die sich abgrenzen wollen. Sie wollen auffallen, sich von der in ihren Augen normalen Gesellschaft loslösen. Sie tun es, in dem sie sich obskure Farbenmischungen in die Haare schmieren und sich die Haut tackern. Ihre größte Sorge ist normal zu sein.
Sie verändern ihr Äußeres, um nicht normal zu sein. Aber in Wirklichkeit muss man sich doch dazu gar nicht öußerlich verändern. Normal sein ist doch eine Denkensweise. Erst einmal möchte ich sagen, dass es mir egal ist, ob ich normal bin. Ich bin wie ich bin und im Grunde wäre ich froh, wenn dass der Maßstab aller wäre und die Auszeichnung normal verdienen würde. Allerdings weiger ich mich so zu sein, wie die Masse, weil ich die Masse kritisiere. Um mich von jenen, die meine Kritik auch verdienen, abzuheben brauch ich mich nicht öußerlich verändern, es geht darum, dass es in meinem Kopf Klick macht. Andere erkennen vielleicht nicht, dass ich nicht dem Strang folge, aber das ist mir auch vollkommen egal.
Das ist wie mit den 12 jährigen Bravoleserinnen, die man als Fans von Tokio Hotel im Sinn hat. Die Band gibt vor "anders" zu sein, ähnlich wie Slipknot und andere Death Metaller, nur im kleineren Stil. Diese, nennen wir es mal, Bewegung, die anders z sein gedenkt ist auch in ihren Anfängen anders als die Masse. Aber sobald die Masse dem folgt und der einst andere Strang zur Normalität wird, geht das verloren, was man als anders bezeichnete.
Es ist wahrscheinlich Utopie, dass die Masse mal in meinem Empfinden anders sein könnte. Nämlich offen, tolerant und interessiert.

Sein bestimmt Bewusstsein. Aber das ist ein Missstand! Bewusstsein müsste Sein bestimmen. Das würde uns von der Oberflächlichkeit wegführen und uns dazu bringen, von materiellen Werten abzusehen!

Doch denke ich recht darüber nach, fallen mir auch Beispiele dafür ein, wie Bewusstsein Sein bestimmt. Wenn jemand von sich selbst glaubt er sei ein sehr schöner und ansehnlicher Mensch, der dazu charmant und intelligent ist, wirkt er anders auf die gleichen Menschen, als wenn er als depressiver vom Leben enttäuschter und wesentlich zu selbstkritischer Charakter auftritt. Warum? Weil Bewusstsein auch Sein bestimmt. Ein wissenschaftlicher Nachweis ist doch schon die pharmazeutische Erkenntnis von Placebo. Medikamenten, die gar keine sind, aber heilen, in dem sie den Kranken glauben lassen, er würde geheilt. Das Bewusstsein muss also auch das Sein bestimmen. Es ist folglich eine Symbiose aus Sein und Bewusstsein.
24.12.06 01:31


"Hey, langweilist du dich?"
"Nein nein, ich schaue mir nur ein wenig den Himmel an."
"Gefällt dir die Party?"
"Ja. Sind viele nette Leute da, es läuft Partymusik und es gibt genug zu trinken."
"Schlimm eigentlich, wie einfach man zufrieden zu stellen ist, was?"
"Ja sehr primitiv. Aber primitiv sein macht Spaß."
"Solange man den Hang zum Abstrakteren nicht verliert..."
"Wie heißt du?"
"Mara."
"Und, bist du's?"
"Och, manchmal. Wie heißt du?"
"Sebastian"
"Freut mich."
"Und mich erst."
"Schaust du gerne in die Sterne?"
"Ja. Aber die Stadt verschleiert leider viel zu viel."
"Exemplifizierend."
"Wie meinst du das?"
"Immer dann, wenn ein Haufen Menschen aufeinander trifft und produziert und das Menschsein auslebt, wird etwas verschleiert."
"Es gibt leider viel zu wenige davon, die das aufrecht erhalten, was wirklich wichtig ist."
"Naja und Philosophie stirbt als Studienfach irgendwann aus, weil es nicht als produktiver Job umgesetzt werden kann."
"Würdest du es gerne studieren?"
"Interesse hätte ich. Aber ich will's im Leben zu materieller Genugtuung bringen."
"Und wenn einen der Strom dazu zwingt, dann beugt man sich."
"Um des Lebens willen, halte ich nicht für verwerflich."
"Achwas, ich ja auch nicht. Im Grunde sind wir alle ein Teil des Stroms und gestalten diesen und was wären wir ohne ihn?"
"Oja, da ist was dran!"
"Sie lachen zurecht und wir lachen auch!"
"Magst du Tomte?"
"Vergöttern!"
"SChöne Musik. Aber schade, dass ihn zu wenig Leute hören."
"Bei so vielem."
"Warum wohl Unterhaltung vor Wissen kommt?"
"Müsste man heute seinen Gott wählen, würden sowieso alle nur Dyoniseus dienen"
"Heidenspaß statt Höllenqual?"
"Warum nicht?"
"Dem zu Liebe, was sonst verloren ging. Wir Menschen sind nicht umsonst mit dem Bewusstsein ausgestattet, was uns vom Tier unterscheidet."
"Das klingt nach einer Attitüde. Dem Sinn des Lebens?"
"Womöglich."
30.10.06 01:11


Glauben

Ist es nicht paradox, dass soviele Berühmtheiten ein Glaubensbekenntnis abgeben und erklären, warum sie glauben. Abgesehen davon, dass man eine missionierende Wirkung abstreitet aber erreicht, versuchen jene zu erklären warum sie glauben. Und im Grunde ist es ganz gleich, ob man Stars oder normal Sterbliche befragt, sie haben alle ein ähnliches Glaubensmuster.
Glauben entsteht aus Extremsituationen, oder wird dort gerade vernichtet.
Andere glauben aus Unverständnis, etwas, wobei sie nicht weiter wissen. Dort fängt der Glaube an.
Wieder andere glauben, weil sie den Glauben und das Schöpferprinzip für ihr Weltbild brauchen. Denn ihrer Meinung nach kann die komplexe Vielfalt der Erde nur dadurch zu erklären sein.
Da gibt es noch solche, die glauben, weil sie den Glauben als Verlässlichkeit brauchen und weil er ihnen die Wertmaßstäbe im Leben diktiert, die sie brauchen.
Und so könnte man ewig fortfahren. Das komische daran ist nun, dass sie versuchen zu argumentieren.
Die Philosophie hat bereits nachgewiesen, dass es genausoviel einen Gott wie wenig gibt. Das heißt, dass es genauso wahrscheinlich ist, dass einer existiert, wie wahrscheinlich es ist, dass es keinen gibt. Schon allein, weil wir es weder prüfen noch nachvollziehen oder erklären können. Daraus resultiert ja auch die Legitimation, die die Kirche oft anführt und die Tatsache, dass Glaubensfragen eben oftmals Glaubenssache bleiben.
Aber dennoch versuchen sie zu argumentieren. Entweder mit Beweisen, oder mit Begründungen. Allerdings kommt beides aufs gleiche heraus, denn Begründungen sind ebenso wie vermeintliche Beweise hypothetisch.

Dennoch typisch menschlich, dass man für alles was man tut oder denkt eine Begründung im Leben sucht. Denn man tut nichts, ohne Hintergrund und hat man keinen versucht man sich einen zu basteln. Kann man etwas nicht erklären, sucht man nach einer Erklärung, sei sie so absurd wie sie wolle. Übersteigt etwas das eigene Vorstellungsvermögen, schreibt man es einer höheren Macht zu. Paradox oder einfach menschlich? :-P

Anstatt aber Zufälle mit einer höheren Macht zu erklären, suche ich mir einen bildlichen Vergleich. Das ist ein tabellarisch angeordnetes Muster aus Feldern, das von jedem von uns ausgefüllt wird. Jede Handlung, ganz gleich wie sehr von Bedeutung, nimmt Einfluss auf unsere Umwelt. Dadurch schiebt sich das Muster und verändert sich mit jeder Entscheidung und jeder Tat jedes Einzelnen. So verhindern wir Geschehnisse und legen zugleich die Weichen für andere Geschehnisse. Wir treten in Leben ein und verlassen diese wieder. Insofern bedarf es keiner höheren Macht. Offensichtlich zumindest.
2.9.06 14:51


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